Vom Menschen, dem Glück und der großen Konstanten.

Im Zentrum eines jeden architektonischen Gedankens steht der Mensch.
Der Mensch, das Maß aller Dinge. Der Mensch als Maßstab.

So werden Raumhöhen festgelegt, Treppensteigungen errechnet, Türmaße bestimmt.

Man stelle sich einen solchen Raum nun einmal vor.
Zunächst einige Stufen, eine Treppe. Nach allen Maßregeln optimiert. Eine bequeme Treppe, deren Auftritte passend sind für so einen durchschnittlichen Fuß. Dann das „Portal“, die Türe. Zwei Meter und fünf Millimeter hoch. Achtundachtzig Zentimeter und zehn Millimeter breit. Angemessen in ihren Ausmaßen. Ihr Durchschreiten kaum zu bemerken.
Nun steht er da im Raum, der Mensch. In einem Raum, der ihm doch so passend sein soll. Zwei Meter und fünfzig Zentimeter hoch. Mehrere Quadratmeter groß. An einer Front die Fenster. Ein Achtel der mehreren Quadratmeter Grundfläche groß. Normgerecht belichtet. An einer Wand ein Bett. Neunzig Zentimeter breit. Zwei Meter lang. Wie es für einen Menschen ausreichend ist.

Also nun steht er da, der Mensch, und weiß nicht recht was es soll.
„Trautes Heim, Glück allein“ - wo soll das sein?

Wenn nicht unter dem ausreichenden Bett, in dem passenden Raum mit der bequemen Treppe, dann vielleicht an anderer Stelle. Außerhalb genormter Räume. Möglicherweise im Ursprung von allem. In der Natur. Im natürlichen Raum.

Die Natur ist die große Konstante.

Die Qualität des natürlichen Raums liegt in seiner Ursprünglichkeit. Um zu berühren, den Menschen im tiefsten Inneren zu packen, muss Raum ursprünglich sein. Seine Wirkung muss auf ursprünglichste Gefühle, Instinkte und Ängste des Menschen abzielen. So muss er direkt sein, extrem und kompromisslos. Unbequem oder über alle Maßen bequem. Aber nie nur bequem. Schroff oder samtweich. Himmelhoch oder erdrückend eng. Von strahlendem Glanz oder tiefstem Schatten. Er muss den Menschen packen und von einer Gefühlswelt in die nächste stürzen.

Um Glück zu erfahren benötigt es das Erfahren von Unglück. Je größer der Kontrast beider Momente ist, desto heftiger das Empfinden des Übergangs. Dies gilt es im architektonischen Moment mit aller Entschlossenheit umzusetzen.

Im Zentrum eines jeden architektonischen Gedankens steht der Mensch.
Der Mensch, das Maß aller Dinge. Der Mensch als emotionales Maß.